Sant’Ercole

„Kein Brot ist hart, aber kein Brot ist hart.“ Das sagt sich auch der barmherzige Bäcker, der seit bald fünfzig Jahren mit seinem Bus durch die Dörfer der Centovalli fährt. Unermüdlich und selbst seit vielen Jahren im Pensionsalter bringt Ercole Pellanda seine Farfalle und Millefoglie zu den alteingesessenen Dorfbewohnern, die sonst kaum die Möglichkeit hätten, an frisches Brot und andere Leckereien des Bäckers zu gelangen.

© hans@fotokern.ch

Dass der – liebevoll nur Ercole genannte – Bäcker aber während der Strassensperrung (infolge Bergsturz bei Camedo) zwei Stunden über das Val Cannobina zu den Weilern oberhalb Camedos fährt, ist mehr als bemerkenswert. Meine Nachbarn haben ihn in Borgnone getroffen und gefragt, wieso er dies auf sich nähme. Der auch durch seinen Glauben motivierte Mann meinte, er könne doch seine Kunden in dieser Zeit nicht alleine lassen. Insbesondere die hundertjährige Frau, der er seit über vierzig Jahren das Brot zweimal die Woche bringe…

Berühmt ist die Bäckerei des Ercole Pellanda schon lange; geführt wird sie heute von seinem Sohn Alberto, gemeinsam mit der ganzen Familie. Zum Hauptgeschäft in Intragna gehört auch die kleine Cafeteria „Centvai“ mit der Terrasse, welche einen einmaligen Blick in die Terre di Pedemonte ermöglicht. Doch davon mehr vielleicht ein andermal….

Vor vielen Jahren, drehte das damalige „Betty Bossi-TV“ einen kleinen Film über die Herstellung des wohl berühmtesten Ercole-Produktes, des weihnachtlichen Panettone. Leider ist der schöne Beitrag heute nicht mehr in besserer Qualität erhältlich… aber der Panettone schon. Gönn Dir doch auch einen in der Vorweihnachtszeit!

© Betty Bossi

4 Antworten auf „Sant’Ercole“

  1. Aus meiner Kindheit kenne ich das Sprichwort so:

    Hartes Brot ist nicht hart,
    aber kein Brot ist hart.

    Ja, es ist ein Glück, dass es die gute Bäckerei in Intragna gibt.

    1. Sie haben wohl recht, ich wurde schon verschiedentlich darauf hingewiesen. Das Sprichwort ist verständlicher, so wie Sie es in Erinnerung haben. Doch der Sprachwitz scheint mir gelungener bei zweimal demselben Satz mit unterschiedlicher Betonung/Bedeutung.
      Übrigens schade, dass ich Ihre Ausstellung in Intragna verpasst habe. Das wäre doch auch ein netter Beitrag geworden!

  2. Über diesen Tipp und die berührende Geschichte freue ich mich besonders. Wir haben unseren Sitz in Olgia und kommen in der Regel über Intragna. Beim nächsten Mal stoppen wir!

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