Corona

Update unten am Beitrag!
Kaum etwas anderes ist noch zu hören, zu lesen oder im TV zu sehen. Ist das nötig, jetzt auch noch im Centovalli-Blog darüber zu berichten? Ja, es gibt ein paar Dinge zu bedenken in einem Tal, welches von vielen über 65-Jährigen bewohnt wird. Und es gibt eine erste Corona-Tote in der Gemeinde Centovalli sowie weitere bestätigte Ansteckungen im Tal.

Seit der Grenzübergang in Camedo geschlossen bleibt, müssen sich die Frontalieri einen anderen Weg in die Schweiz suchen. Als ob sie nicht schon genug mit den gefährlichen Strassen-Passagen in Italien gebeutelt gewesen wären. Kürzlich wurde eine Petition von 3000 Italienern unterzeichnet, doch bitte die schlimmsten Stellen dieser Strasse zu sanieren. Italien hat zwar 70 Millionen gesprochen, um den Weg in die Schweiz sicherer zu machen, aber die Umsetzung von Tunnelbauten und Gallerien dürfte vier Jahre andauern.

„Sicherheitsmassnahmen“ auf italienischer Seite

Wenigstens verkehrt die „Centovallina“ weiterhin von Locarno bis Camedo, doch der Fahrplan wurde bereits stark eingeschränkt (ca. 2-Stunden-Takt tagsüber). Unbedingt den Online-Fahrplan konsultieren!

Betroffen von den Massnahmen zur Pandemiebekämpfung sind seit der Ausrufung des Notstands auch die wichtigen touristischen Verpflegungsmöglichkeiten bis mindestens 19. April 2020. Die Osterias, Pizzerias, Ristorante und Alberghi. Als ob sie es nicht schon schwer genug hätten. Für Betriebe auf dem Monte Comino, in Bordei, Camedo, Corcapolo, Verdasio, Palagnedra, Rasa und Intragna könnten die finanziellen Auswirkungen existenziell bedrohlich werden. Und all die Wanderlustigen werden sich bei der anhaltenden Frühjahres-Sonne selbst verpflegen müssen.

Die Gemeinde Centovalli hat rasch reagiert und verschickt periodisch Merkblätter in italienischer Sprach (unten auf die Vorschau der Merkblätter klicken). Die Schalter bleiben zwar geschlossen, aber die Verantwortlichen der verschiedenen Gemeindebetriebe sind per Email oder Telefon weiterhin erreichbar.

In den Ferienhäusern der Centovalli herrscht mehr Betrieb als üblich in dieser Jahreszeit. Es ist für viele eine gute Idee, aus den Städten in die ländliche Quarantäne zu ziehen. Bei beachten der empfohlenen Verhaltensregeln ist die Ansteckungsgefahr sodann gleich Null. Doch einige Probleme bleiben:

Wie komme ich zu Nahrungsmitteln, wenn ich kein Transportmittel habe?
COOP schreibt dazu: „Aufgrund der aktuell hohen Nachfrage sind in verschiedenen Regionen die Liefertermine für mehrere Tage ausgebucht. Wir arbeiten intensiv daran, die Kapazitäten noch weiter zu erhöhen.“ Tja, wenn man sie braucht, sind sie nicht da. Bleibt meist nichts anderes übrig als die Nachbarn zu fragen. Dort ist die Hilfsbereitschaft stark gewachsen. Überhaupt kommen sich die Menschen trotz vorgeschriebener räumlicher Distanz näher. Eine schöne Entwicklung.

Was mache ich, wenn ich mich trotz allem krank fühle?
Wie überall in der Schweiz gilt: Zuhause bleiben und erst bei starken Symptomen den Arzt im Tal anrufen. Er wird den weiteren Weg weisen. Eine gute Hilfe für eine erste Selbst-Einschätzung ist die nachstehende Tabelle der Symptome:

Quelle SZ, BAG

Wichtige Links:
Bundesamt für Gesundheit
Entwicklung und Statistik Johns Hopkins University

Ich werde diesen Beitrag in der nächsten Zeit bei wichtigen Änderungen aktualisieren:

Update 28. März 2020:

Im 3. Merkblatt der Gemeinde ist ein wichtiger Zusatz für Bewohner eines Zweitwohnsitzes im Tal:
Der Kanton empfiehlt den Bewohnern von Zweitwohnsitzen, sich so schnell wie möglich telefonisch oder per E-Mail beim städtischen Einwohnermeldeamt anzumelden. Abfallservice: Die kommunale Abfallsammlung ist gewährleistet. Wenn Sie aufgrund von gesundheitlichen Einschränkungen (Quarantäne oder Selbstisolierung) nicht in der Lage sind, Ihren Abfall zu entsorgen, können Sie die Vorteile der ausserordentlichen Haus-zu-Haus-Abfallsammlung nutzen, indem Sie dies dem Einwohnermeldeamt einen Tag im Voraus mitteilen. … OVER 65 Freiwillige Arbeit: Denken Sie daran, dass für über 65-Jährige und Menschen in Not, für die es in der gegenwärtigen Situation obligatorisch ist, den Kontakt mit anderen Menschen zu vermeiden, die freiwillige Vereinigung PAC Pensionati Attivi Centovalli den Service der Hauslieferung von Grundbedarfsgütern anbietet. Angesichts der gestiegenen Anfragen können Sie die Nummern anrufen: 079 750 12 64 Emmy, 079 626 56 59 Graziana. Wir laden Sie ein, diesen Dienst nur bei erwiesener Notwendigkeit in Anspruch zu nehmen und nur eine wöchentlichen Auftrag vorzusehen, um die Gesundheit der Freiwilligen, die uns für ihre Verfügbarkeit danken, nicht zu gefährden.“

Update 3. April 2020:

Es wird nun von möglicher Schliessung von Gotthard und San Bernardino gesprochen. Alle Behörden warnen eindringlich vor Reisen ins Tessin. Doch das schöne Wetter lockt und damit droht die Ausgangssperre durch den Bundesrat. Wohnmobile und Wohnwagen werden bei Reisen in den Süden bereits seit Tagen zur Umkehr gezwungen, da alle Camping-Plätze im Tessin geschlossen sind.
Auch wenn im Centovalli ein paar Häuser mehr besetzt sind, herrscht doch die übliche Ruhe, z.B. in Costa Borgnone am Ende des Tals, wo es auch in Nicht-Corona-Zeiten keine Läden oder Osterias gibt. Dass Menschen da sind, merkt man eigentlich nur an einer kleinen Anzahl geparkter Fahrzeuge.

Nun wünsche ich Dir gute Gesundheit und hoffe, dass Du die Krise mental, emotional und finanziell gut überstehen wirst!