Wie die Gnocchi auf den Monte Comino kamen

Gastronomie war nie nur Honig schlecken. Seit das Virus die halbe Welt lahmgelegt hat, braucht es von den Menschen, die sich diesem Beruf oder dieser Berufung verschrieben haben, einen noch längeren Atem. Die Schockwelle reichte bei sonnigem Oster- und Pfingstwetter auch in die Centovalli. «Bleibt zuhause» wurde den Deutschschweizern gedroht. Die Besitzer der schönen Grotti, Osterias und Ristorantes mussten Daumen drehen und über die Sparbücher gehen. Auch das Berghaus «Alla Capanna» auf dem Monte Comino blieb davon nicht verschont.

Heute, ein paar Monate später, zeigen Barbara Fot und Peter Heidelberger wieder fröhlichere Gesichter. Der Betrieb mit exzellenter Spezialitäten-Gastronomie und Übernachtungsmöglichkeit läuft auf Hochtouren. Das Personal arbeitet an der Belastungsgrenze. Bei der Befolgung der Corona-Regeln zeigt sich sehr unterschiedliches Verhalten der Gäste. „Manche sind vorsichtig und verständnisvoll betreffend den Einschränkungen (Distanz etc.), andere müssen immer wieder darauf aufmerksam gemacht werden, dass man nicht alles anfassen soll und die Distanzregeln eingehalten werden müssen. Im Grossen und Ganzen klappe es aber gut,“ meinen die Wirtsleute.

Dass sie die finanziellen Einbussen aufholen können, glauben sie eher nicht, da April und Mai ohne Umsatz waren und auch heute aufgrund der Abstandsregeln nicht alle Betten vermietet werden können. Zum Glück hat die Versicherung geholfen, zumindest einen Teil des Umsatzverlustes aufzufangen. Sollte es jedoch noch einmal zu einer Zwangsschliessung kommen, würden die Versicherungsleistungen aufgrund neuer Vertragsbestimmungen ausbleiben.

Barbara Fot und Peter Heidelberger – Gastgeber auf dem Monte Comino

Höhepunkte sind für Barbara und Peter, wenn die Terrasse über Mittag voll war und sie am Abend zufrieden sagen können, dass sie den Ansprüchen ihrer Gäste wie den eigenen Ansprüchen gerecht geworden sind. Sie sind dabei zuversichtlich und meinen: „Das Konzept der Alla Capanna hat sich bewährt und kommt bei den Gästen gut an. Manchmal müssen wir jedoch über die Bücher gehen und herausfinden, was wir verbessern können. Das macht die Arbeit letztlich auch interessant.“

Peter Heidelberger kreiert seine typische Tessiner Küche mit zusätzlichen kulinarischen Ausflügen. Er erzählt mir: „Die Begeisterung für das Kochen habe ich schon früh von meiner Mutter bekommen und habe diese auch privat und in einem Kochclub viele Jahre ausgelebt und Neues dazugelernt. In diversen Kursen und Weiterbildungen habe ich mir viel von Köchen abgeschaut und Unterstützung von Profis erhalten. Unsere Luganighe nach eigenem Rezept herzustellen, macht einfach Freude und ist Teil unseres Konzepts.“ Auf meine Frage, wie die Gnocchi denn auf den Monte Comino kamen, meint er: „Ganz einfach, ich koche was ich selber gerne habe und auch früher schon oft für private Gäste gekocht habe.“

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Und was machen die Beiden im Winter? Mitte November bis Mitte März, stehen hauptsächlich administrative Arbeiten (Buchhaltung, Rezepturen nachführen, Homepage anpassen etc.) an und werden neue Gerichte probegekocht. „Ferien mit Wellness ist jedoch immer das erste Ziel Ende November“, meint Barbara Fot. „Falls es möglich ist, gehen wir dann wandern, auf Schneeschuhtouren und natürlich unsere Familien, Freunde und Bekannte besuchen.“

„Die Energie bleibt uns hoffentlich noch eine Weile erhalten, wir haben immer wieder neue Ideen und Pläne, die wir umsetzen möchten, sei es nun im Bereich der Unterkunft, der Küche oder in der Gestaltung unser Alla Capanna. Hier kommt uns zugute, dass wir uns sehr gut ergänzen und jeder in seinem Bereich Ideen entwickeln kann.“

Da bleibt mir nur noch, Dich aufzufordern, das fröhliche Gasthaus auf dem Monte Comino bald zu besuchen. Während der Hauptsaison empfiehlt sich eine Reservation, auch wenn meist noch ein Plätzchen gefunden werden kann. Für zusätzliche Informationen kannst Du die hauseigene Website besuchen: https://www.montecomino.ch/
Das kulinarische Erlebnis lässt sich wunderbar mit kleinen und grösseren Wanderungen rund um den Monte Comino kombinieren. Die nahe gelegene Kirche der Madonna della Segna aus dem 15. Jahrhundert lohnt einen Besuch. Und auch die Kleinen kommen bei einem Abstecher zum Lama-Trekking nicht zu kurz.

info@montecomino.ch
Tel. +41 (0)91 798 18 04
Mobil +41 78 690 49 74

Eine Antwort auf „Wie die Gnocchi auf den Monte Comino kamen“

  1. Wir sind normalerweise keine Reklameure aber es sollte auch erwähnt werden,dass 5hausgemachte Ravioli doch Fr.25.- kosten.es ist ein gourmet-luxus-Grotto.
    Ich würde auch nichts dazu sagen,aber 2Portionen kosten halt dann fr.50.- und es war im Tagesanhebot und nicht auf einer Karte vermerkt.
    Solche Aktionen kann ich leider gar nicht unterstützen und wir werden,obwohl der Service optimal war und das Ambiente idem,sehr wahrscheindlich nicjt mehr dort essen gehen.
    Aber die Touristen können das ja bezahlen.
    Gruss Stamm Vincenzo

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